Wer einen Altbau von innen dämmt, konzentriert sich zunächst meist auf die großen Außenwandflächen. Doch gerade an Fenstern gibt es ein Detail, das bei der Planung nicht vergessen werden sollte: die Fensterlaibung.

Wird die Außenwand gedämmt, die Laibung jedoch ausgespart, kann dort eine ausgeprägte Wärmebrücke entstehen. Die innere Oberflächentemperatur bleibt in diesem Bereich niedriger als auf der gedämmten Wandfläche.

Deshalb gilt: Eine gute Innendämmung endet nicht einfach an der Fensteröffnung.

Warum ist die Fensterlaibung bei einer Innendämmung so wichtig?

Durch eine Innendämmung steigt die Oberflächentemperatur auf der gedämmten Außenwand. Im Bereich einer ungedämmten Fensterlaibung ist die Situation jedoch eine andere.

Hier kann die Wärme weiterhin vergleichsweise schnell nach außen abfließen. Besonders kritisch sind die Übergänge zwischen gedämmter Außenwand, Laibung und Fensterrahmen.

Die Folge: Die Oberflächentemperatur kann dort deutlich niedriger sein als auf der übrigen Wand.

Je niedriger die Oberflächentemperatur, desto höher ist bei entsprechenden Raumluftbedingungen die relative Luftfeuchtigkeit unmittelbar an der Bauteiloberfläche. Damit kann auch das Risiko für Feuchte- und Schimmelprobleme steigen.

Die Laibung sollte deshalb bei der Planung einer Innendämmung grundsätzlich mitbetrachtet werden.

Das typische Problem im Altbau: wenig Platz

In der Fläche können beispielsweise 40, 60 oder auch 100 mm Dämmung aufgebracht werden.

In der Fensterlaibung steht dieser Platz häufig nicht zur Verfügung.

Würde die gleiche Dämmstärke wie auf der Wand verwendet, könnte die Dämmung weit in die Fensteröffnung hineinragen. Das reduziert den Lichteinfall und kann insbesondere bei schmalen Fensterrahmen konstruktiv schwierig werden.

Deshalb ist in der Laibung häufig eine möglichst leistungsfähige Dämmung bei geringer Schichtstärke gefragt.

Warum eignet sich Dämmputz für Fensterlaibungen?

Gerade im Altbau sind Fensteröffnungen selten vollkommen gerade.

Schiefe Laibungen, unterschiedliche Tiefen, Rundungen oder unregelmäßige Übergänge zwischen Mauerwerk und Fensterrahmen sind keine Seltenheit.

Hier bietet ein Dämmputz einen großen Vorteil:

Er passt sich unmittelbar an die vorhandene Geometrie an.

Im Gegensatz zu starren Dämmplatten müssen unregelmäßige Flächen nicht erst aufwendig begradigt oder mit zugeschnittenen Plattenstücken ausgeführt werden.

Der Dämmputz kann direkt auf den entsprechend vorbereiteten mineralischen Untergrund aufgebracht werden und bildet eine weitgehend fugenlose Dämmschicht.

Klimasan IN für die Fensterlaibung

Wenn in der Laibung nur eine geringe Aufbauhöhe zur Verfügung steht, ist eine niedrige Wärmeleitfähigkeit besonders interessant.

Unser mineralischer Hochleistungsdämmputz Klimasan IN besitzt eine Wärmeleitfähigkeit von

λ = 0,038 W/(m·K).

Dadurch kann bereits mit vergleichsweise geringen Schichtstärken eine relevante Verbesserung gegenüber einer ungedämmten Laibung erreicht werden.

Klimasan IN kann deshalb beispielsweise auf der Wandfläche in einer größeren Schichtstärke eingesetzt und im Bereich der Laibung entsprechend den vorhandenen Platzverhältnissen dünner ausgeführt werden.

Die Mindestschichtstärke von Klimasan IN beträgt 20 mm.

Gerade diese Kombination ist bei Altbausanierungen interessant: Die Dämmschicht kann der vorhandenen Geometrie folgen, ohne dass ein Materialwechsel zwischen Wandfläche und Laibung zwingend erforderlich ist.

Wenn jeder Zentimeter zählt: Klimasan AE

Bei besonders engen Laibungen kann die verfügbare Aufbauhöhe noch geringer sein.

Hier kann unser Aerogel-Hochleistungsdämmputz Klimasan AE eine weitere Möglichkeit darstellen.

Mit einer Wärmeleitfähigkeit von ca.

λ = 0,027–0,028 W/(m·K)

erreicht Klimasan AE bereits bei sehr geringen Schichtstärken eine hohe Dämmwirkung.

Dadurch kann das Material insbesondere für Bereiche interessant sein, in denen konstruktiv nur sehr wenig Platz zur Verfügung steht.

Muss die Laibungsdämmung genauso dick sein wie die Wanddämmung?

Nein.

In vielen Fällen wäre dies geometrisch gar nicht möglich.

Entscheidend ist vielmehr, den Übergang zwischen gedämmter Außenwand, Fensterlaibung und Fenster möglichst sinnvoll auszubilden und die Wärmebrückenwirkung zu reduzieren.

Wie dick die Laibungsdämmung tatsächlich ausgeführt werden sollte, hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:

  • Aufbau und Dicke der Außenwand
  • Dämmstärke auf der Wandfläche
  • Lage des Fensters im Mauerwerk
  • vorhandene Laibungstiefe
  • Fensterrahmen und Anschlussmöglichkeiten
  • Wärmeleitfähigkeit des eingesetzten Dämmstoffs
  • bauphysikalische Randbedingungen

Eine pauschale Schichtstärke für jede Fensterlaibung gibt es deshalb nicht.

Und was ist mit Fenstersturz und Fensterbank?

Zur Fensteröffnung gehören nicht nur die seitlichen Laibungen.

Auch der Fenstersturz und der Bereich unterhalb der Fensterbank sollten in die Planung einbezogen werden.

Gerade bei historischen Gebäuden können hier unterschiedliche Materialien zusammentreffen – beispielsweise Ziegelmauerwerk, Naturstein, Betonbauteile oder alte Stürze.

Dadurch können lokal unterschiedliche Wärmebrücken entstehen.

Eine Innendämmung sollte deshalb möglichst als zusammenhängendes System betrachtet werden und nicht ausschließlich die großen Wandflächen berücksichtigen.

Wärmebrücken im Zweifelsfall genauer betrachten

Bei normalen Einbausituationen lässt sich häufig bereits anhand des vorhandenen Wandaufbaus eine sinnvolle Lösung entwickeln.

Bei anspruchsvollen Details kann jedoch eine genauere bauphysikalische Betrachtung sinnvoll sein.

Insbesondere bei hohen Dämmstärken auf der Außenwand, ungewöhnlichen Fensterpositionen oder sehr geringen Laibungstiefen kann eine Wärmebrückenberechnung helfen, die zu erwartenden inneren Oberflächentemperaturen zu beurteilen.

Fazit: Die Innendämmung hört am Fenster nicht auf

Fensterlaibungen sind ein kleines Bauteildetail mit großer Bedeutung für eine funktionierende Innendämmung.

Wer ausschließlich die großen Außenwandflächen dämmt und Fensteranschlüsse außer Acht lässt, verschenkt einen Teil der möglichen energetischen Verbesserung und kann lokal ungünstige Oberflächentemperaturen erzeugen.

Gerade im Altbau bietet Dämmputz hier Vorteile: Er lässt sich an schiefe und unregelmäßige Laibungen anpassen und ermöglicht eine fugenlose Ausführung auch bei komplizierten Geometrien.

Mit Klimasan IN und – bei besonders hohen Anforderungen an die Dämmleistung – Klimasan AE stehen mineralische Hochleistungsdämmputze zur Verfügung, mit denen sich auch bei begrenzter Aufbauhöhe eine wirksame Laibungsdämmung realisieren lässt.

Sie planen eine Innendämmung und sind sich bei Fensterlaibungen, Stürzen oder anderen Anschlussdetails unsicher?

Senden Sie uns gerne Fotos, Pläne oder Angaben zum vorhandenen Wandaufbau. Wir unterstützen Sie bei der Auswahl des geeigneten Dämmputzes, der erforderlichen Schichtstärke und bei Bedarf auch bei der bauphysikalischen Betrachtung des Details.