Wer einen Altbau energetisch sanieren möchte, steht häufig vor der Frage: Wie dick muss ein Dämmputz eigentlich sein, um eine spürbare Verbesserung des Wärmeschutzes zu erreichen?

Reichen bereits 3 cm aus? Sind 5 oder 6 cm sinnvoll? Oder benötigt man 10 cm Dämmputz, um eine ausreichende Dämmwirkung zu erzielen?

Die Antwort hängt nicht allein von der Schichtstärke ab. Mindestens genauso entscheidend sind die Wärmeleitfähigkeit des Dämmputzes und die Eigenschaften des vorhandenen Mauerwerks.

Gerade bei der Innendämmung historischer Gebäude kann deshalb ein leistungsfähiger Dämmputz mit geringerer Schichtstärke eine interessante Alternative zu einem dickeren konventionellen Dämmputz darstellen.

1. Warum die Wärmeleitfähigkeit entscheidend ist

Die Dämmwirkung eines Materials wird wesentlich durch seine Wärmeleitfähigkeit bestimmt. Sie wird mit dem griechischen Buchstaben Lambda (λ) angegeben.

Dabei gilt:

Je niedriger die Wärmeleitfähigkeit, desto besser die Dämmwirkung bei gleicher Schichtstärke.

Ein Dämmputz mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,038 W/(m·K) besitzt beispielsweise bei gleicher Schichtstärke eine deutlich höhere Dämmwirkung als ein Dämmputz mit 0,077 W/(m·K).

Das bedeutet gleichzeitig: Um eine bestimmte Dämmwirkung zu erreichen, benötigt man mit einem leistungsfähigeren Dämmputz weniger Aufbauhöhe.

Gerade bei einer Innendämmung kann dies entscheidend sein, da jeder zusätzliche Zentimeter Dämmung die nutzbare Raumfläche reduziert.

2. Klimasan W, W+, IN und AE im Vergleich

Klimasan bietet verschiedene mineralische Dämmputze mit unterschiedlichen Wärmeleitfähigkeiten an.

Produkt Wärmeleitfähigkeit λ Dämmstärke für R = 1,0 m²K/W
Klimasan W 0,077 W/(m·K) 77 mm
Klimasan W+ 0,055 W/(m·K) 55 mm
Klimasan IN 0,038 W/(m·K) 38 mm
Klimasan AE 0,028 W/(m·K) 28 mm

Die Tabelle zeigt die rechnerisch erforderliche Schichtstärke, um jeweils denselben Wärmedurchlasswiderstand zu erreichen. Dabei wird ausschließlich die Dämmputzschicht betrachtet, nicht die gesamte Wandkonstruktion.

Die tatsächlich ausführbaren Schichtstärken richten sich nach den jeweiligen Produkt- und Verarbeitungsvorgaben.

Besonders deutlich wird der Unterschied zwischen Klimasan W und Klimasan IN: Für dieselbe rechnerische Dämmwirkung benötigt Klimasan IN nur ungefähr die halbe Schichtstärke.

3. Praxisbeispiel: 50 mm Klimasan W+ oder 50 mm Klimasan IN?

Ein Vergleich bei gleicher Schichtstärke verdeutlicht die Unterschiede.

Wir betrachten jeweils eine 50 mm dicke Dämmputzschicht.

Klimasan W+

  • Wärmeleitfähigkeit: 0,055 W/(m·K)
  • Schichtstärke: 50 mm
  • Wärmedurchlasswiderstand: R = 0,91 m²K/W

Klimasan IN

  • Wärmeleitfähigkeit: 0,038 W/(m·K)
  • Schichtstärke: 50 mm
  • Wärmedurchlasswiderstand: R = 1,32 m²K/W

Damit erreicht Klimasan IN bei gleicher Schichtstärke einen um rund 45 % höheren Wärmedurchlasswiderstand der Dämmputzschicht.

Das bedeutet nicht automatisch eine um 45 % bessere energetische Gesamtbilanz der Wand. Dafür müssen auch das vorhandene Mauerwerk und die übrigen Schichten berücksichtigt werden.

Der Vergleich zeigt jedoch, welchen Einfluss die Wahl des Dämmputzes auf die erreichbare Dämmwirkung hat.

4. Wie dick sollte Dämmputz auf Ziegelmauerwerk sein?

Bei historischem Ziegelmauerwerk können bereits vergleichsweise geringe Dämmputzstärken eine deutliche Verbesserung des Wärmeschutzes bewirken.

Je nach vorhandenem Mauerwerk und gewünschtem energetischem Ziel können beispielsweise 30 bis 60 mm Dämmputz eine interessante Lösung darstellen.

Bei begrenztem Platz bietet sich insbesondere ein Hochleistungsdämmputz wie Klimasan IN an.

Soll dagegen eine besonders hohe energetische Verbesserung erreicht werden, können auch größere Schichtstärken sinnvoll sein.

Entscheidend ist immer der vorhandene Wandaufbau.

5. Wie dick muss Dämmputz auf Sandstein oder Bruchstein sein?

Bei Natursteinmauerwerk ist die Situation häufig anspruchsvoller.

Sandstein und Bruchstein können je nach Gesteinsart und Wandaufbau sehr unterschiedliche Wärmeleitfähigkeiten besitzen.

Auch eine massive, beispielsweise 50 cm dicke Natursteinwand muss deshalb nicht automatisch einen guten Wärmeschutz aufweisen.

Je nach vorhandenem Mauerwerk können hier größere Dämmputzstärken erforderlich sein, um eine bestimmte energetische Verbesserung zu erzielen.

Bei der Planung sollten insbesondere folgende Faktoren berücksichtigt werden:

  • Art und Wärmeleitfähigkeit des Natursteins
  • vorhandene Wandstärke
  • Feuchtigkeit und mögliche Salzbelastungen
  • gewünschter Wärmeschutz
  • verfügbare Aufbauhöhe
  • Wärmebrücken und Anschlussdetails

Gerade bei historischen Natursteinwänden empfiehlt sich deshalb eine individuelle bauphysikalische Betrachtung.

6. Wann lohnt sich ein Hochleistungsdämmputz?

Ein Hochleistungsdämmputz ist insbesondere dann interessant, wenn eine hohe Dämmwirkung bei möglichst geringer Aufbauhöhe erreicht werden soll.

Typische Einsatzbereiche sind:

Innendämmung im Altbau

Bei einer Innendämmung reduziert jede zusätzliche Dämmschicht die nutzbare Raumfläche. Ein leistungsfähiger Dämmputz kann hier helfen, den erforderlichen Aufbau möglichst schlank zu halten.

Fensterlaibungen

Im Bereich von Fensterlaibungen steht häufig nur wenig Platz zur Verfügung. Hier kann eine niedrige Wärmeleitfähigkeit besonders vorteilhaft sein.

Denkmalgeschützte Gebäude

Bei historischen Gebäuden müssen häufig bestehende Geometrien, Anschlüsse und Oberflächen berücksichtigt werden.

Ungleichmäßiges Mauerwerk

Dämmputz passt sich an unebene Wandflächen, Rundungen und komplizierte Anschlussbereiche an und ermöglicht dadurch eine weitgehend fugenlose Dämmung.

Mit Klimasan IN und Klimasan AE stehen für solche Anwendungen mineralische Hochleistungsdämmputze mit besonders niedrigen Wärmeleitfähigkeiten zur Verfügung.

7. Mehr Dämmung ist nicht automatisch besser

Gerade bei einer Innendämmung sollte die Schichtstärke nicht ausschließlich nach dem Motto „viel hilft viel“ festgelegt werden.

Mit zunehmender Dämmstärke verändert sich auch das Temperatur- und Feuchteverhalten der Bestandswand.

Deshalb sollten insbesondere bei höheren Dämmstärken die Feuchtebelastung, die Schlagregensituation und die vorhandene Konstruktion berücksichtigt werden.

Bei anspruchsvollen Bestandswänden kann eine hygrothermische Berechnung sinnvoll sein, um das langfristige Feuchteverhalten der Konstruktion zu beurteilen.

Ziel ist nicht die größtmögliche Dämmstärke, sondern ein energetisch sinnvoller und bauphysikalisch funktionierender Wandaufbau.

8. Welche Dämmstärke ist für mein Gebäude die richtige?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht.

Während bei einem Gebäude bereits 30 bis 40 mm Hochleistungsdämmputz eine deutliche Verbesserung bewirken können, sind bei einem anderen Gebäude möglicherweise 60, 80 oder 100 mm sinnvoll.

Neben dem gewünschten U-Wert spielen auch der vorhandene Untergrund, die verfügbaren Platzverhältnisse und die bauphysikalischen Randbedingungen eine entscheidende Rolle.

Deshalb lohnt es sich, die benötigte Dämmstärke vor Beginn der Sanierung zu berechnen.

Fazit: Nicht die Dicke allein entscheidet, sondern die Dämmwirkung

Wie dick ein Dämmputz sein muss, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben dem vorhandenen Mauerwerk ist insbesondere die Wärmeleitfähigkeit des eingesetzten Dämmputzes entscheidend.

Der Vergleich zeigt: Mit einem leistungsfähigen Dämmputz kann bei geringerer Schichtstärke dieselbe rechnerische Dämmwirkung erzielt werden wie mit einem konventionellen Dämmputz.

Gerade bei der Innendämmung von Altbauten, historischen Gebäuden und denkmalgeschützten Objekten bietet dies interessante Möglichkeiten.

Sie möchten wissen, welche Dämmstärke für Ihr Gebäude sinnvoll ist?

Wir unterstützen Sie gerne bei der Auswahl des passenden Klimasan-Dämmputzes und der Ermittlung der erforderlichen Schichtstärke.

Auf Wunsch betrachten wir auch den gesamten Wandaufbau und unterstützen Sie mit einer bauphysikalischen Berechnung.

Kontaktieren Sie uns – gemeinsam finden wir die passende Dämmputzlösung für Ihr Sanierungsprojekt.