Brandschutz im Bestand: Stahlbeton- und Rippendecken mit mineralischem Brandschutzputz ertüchtigen

Die brandschutztechnische Sanierung bestehender Gebäude stellt Architekten, Tragwerksplaner und ausführende Unternehmen häufig vor besondere Herausforderungen. Insbesondere bei älteren Stahlbetonkonstruktionen entsprechen die vorhandenen Bauteile nicht immer den heutigen Anforderungen an den Feuerwiderstand.

Ob historische Rippendecken, Stahlbetondecken oder ältere Deckenkonstruktionen mit Stahlträgern: Im Rahmen einer Sanierung oder Nutzungsänderung kann eine zusätzliche brandschutztechnische Ertüchtigung erforderlich werden.

Eine interessante Möglichkeit bietet der Einsatz von mineralischem Brandschutzputz. Mit Klimasan F steht hierfür ein leichter, nicht brennbarer Brandschutzputz auf Basis von Luftkalk und Perlit zur Verfügung, der sich auch an komplexe Bauteilgeometrien anpassen lässt.

Warum ist Brandschutz bei bestehenden Stahlbetondecken ein wichtiges Thema?

Viele Bestandsgebäude wurden zu einer Zeit errichtet, in der andere baurechtliche und konstruktive Anforderungen galten.

Besonders bei älteren Stahlbetondecken können beispielsweise folgende Herausforderungen auftreten:

  • Geringe Betondeckung der vorhandenen Bewehrung
  • Unbekannte oder unvollständige Bestandsunterlagen
  • Unterschiedliche Deckenquerschnitte und Bauteilgeometrien
  • Erhöhte Brandschutzanforderungen durch Nutzungsänderungen
  • Erforderliche Feuerwiderstandsdauer von beispielsweise 60 oder 90 Minuten

Im Brandfall steigen die Temperaturen innerhalb des Betonquerschnitts an. Insbesondere die Erwärmung der Bewehrung kann die Tragfähigkeit des Bauteils beeinflussen.

Eine zusätzliche brandschutztechnisch wirksame Putzschicht kann den Temperaturanstieg im Beton und an der Bewehrung verzögern.

Ob damit die geforderte Feuerwiderstandsdauer erreicht wird, hängt vom gesamten Bauteilaufbau und den verfügbaren brandschutztechnischen Nachweisen ab.

Rippendecken: Besondere Geometrien erfordern flexible Lösungen

Rippendecken sind in zahlreichen Bestandsgebäuden anzutreffen. Durch ihre charakteristische Konstruktion mit regelmäßig angeordneten Betonrippen entstehen profilierte Deckenuntersichten.

Gerade diese Geometrie kann bei einer nachträglichen brandschutztechnischen Bekleidung eine Herausforderung darstellen.

Klassische Plattensysteme erfordern häufig zusätzliche Unterkonstruktionen oder aufwendige Anpassungen an die vorhandenen Rippen.

Ein mineralischer Brandschutzputz bietet hier einen konstruktiven Vorteil: Er kann sich unmittelbar an die vorhandene Bauteilgeometrie anpassen.

So können sowohl die Deckenfelder als auch die Rippen mit einer zusammenhängenden Putzschicht versehen werden.

Das ermöglicht eine brandschutztechnische Ertüchtigung, ohne dass die charakteristische Geometrie der Deckenkonstruktion zwangsläufig durch eine abgehängte Decke verdeckt werden muss.

Voraussetzung ist selbstverständlich, dass der konkrete Bauteilaufbau und die vorgesehene Ausführung durch geeignete Nachweise abgedeckt sind.

Klimasan F – mineralischer Brandschutzputz auf Basis von Luftkalk und Perlit

Mit Klimasan F bietet Klimasan Perlit einen mineralischen Brandschutzputz für definierte brandschutztechnische Anwendungen an.

Die Kombination aus Luftkalk als Bindemittel und dem mineralischen Leichtzuschlag Perlit ermöglicht einen leichten Putz mit brandschutztechnisch wirksamen Eigenschaften.

Die wesentlichen Eigenschaften von Klimasan F im Überblick:

  • Mineralischer Brandschutzputz auf Basis von Luftkalk und Perlit
  • Brandverhalten A1 – nicht brennbar
  • Geringes Eigengewicht
  • Maschinelle Verarbeitung möglich
  • Anpassungsfähig an profilierte und unregelmäßige Bauteiloberflächen
  • Geeignet für definierte Anwendungen im baulichen Brandschutz
  • Europäische Technische Bewertung ETA-23/0578

Die jeweiligen Anwendungsbereiche, erforderlichen Putzdicken und Ausführungsbedingungen ergeben sich aus den zugehörigen technischen Bewertungen und Prüfunterlagen.

Wie dick muss Brandschutzputz auf einer Stahlbetondecke sein?

Eine der häufigsten Fragen bei der Planung lautet:

Welche Schichtstärke wird benötigt, um eine bestehende Stahlbetondecke auf F90 zu ertüchtigen?

Für bestimmte nachgewiesene Deckenkonstruktionen mit Klimasan F können Putzdicken im Bereich von etwa 15 bis 20 mm für einen Feuerwiderstand von 90 Minuten infrage kommen.

Diese Werte sind jedoch nicht pauschal auf sämtliche Stahlbetondecken übertragbar.

Entscheidend sind insbesondere:

  • Vorhandene Deckenkonstruktion
  • Betondeckung der Bewehrung
  • Bauteildicke und Querschnittsgeometrie
  • Statische Beanspruchung
  • Geforderte Feuerwiderstandsdauer
  • Vorliegende Prüfberichte und deren Anwendungsgrenzen

Bei Rippendecken muss zusätzlich berücksichtigt werden, dass die Rippen und Deckenfelder unterschiedliche Querschnittsabmessungen und Bewehrungslagen aufweisen können.

Die erforderliche Brandschutzputzdicke sollte deshalb immer objektspezifisch anhand der vorhandenen Nachweise festgelegt werden.

Brandschutzputz statt abgehängter Brandschutzdecke?

Bei der Sanierung bestehender Gebäude werden häufig abgehängte Brandschutzdecken oder plattenförmige Bekleidungssysteme eingesetzt.

Diese können technisch sinnvoll sein, benötigen jedoch je nach System zusätzliche Unterkonstruktionen und Aufbauhöhen.

Gerade bei niedrigen Raumhöhen oder stark profilierten Decken kann dies problematisch werden.

Ein direkt aufgetragener Brandschutzputz kann hier Vorteile bieten:

1. Geringe zusätzliche Aufbauhöhe

Bei geeigneten Anwendungen kann bereits eine vergleichsweise dünne Putzschicht zur brandschutztechnischen Ertüchtigung beitragen.

2. Erhalt der vorhandenen Deckengeometrie

Rippen, Unterzüge und andere konstruktive Besonderheiten können sichtbar bleiben.

3. Keine abgehängte Unterkonstruktion erforderlich

Bei geeigneten Untergründen und nachgewiesenen Anwendungen kann der Brandschutzputz unmittelbar auf die vorbereitete Bauteiloberfläche aufgebracht werden.

4. Mineralischer Baustoff

Klimasan F ist nicht brennbar und basiert auf mineralischen Rohstoffen.

5. Maschinelle Verarbeitung

Insbesondere bei größeren Deckenflächen kann die maschinelle Verarbeitung eine wirtschaftliche Lösung darstellen.

Welche Variante im konkreten Projekt sinnvoller ist, hängt von den technischen Anforderungen und der vorhandenen Bausubstanz ab.

Auch Stahlträger und historische Kappendecken können eine Rolle spielen

Neben Stahlbeton- und Rippendecken finden sich im Gebäudebestand häufig historische Kappendecken.

Diese bestehen beispielsweise aus Stahlträgern, zwischen denen Ziegelkappen angeordnet sind.

Bei einer brandschutztechnischen Sanierung müssen insbesondere die vorhandenen Stahlträger und ihre Erwärmung im Brandfall berücksichtigt werden.

Ein geeigneter Brandschutzputz kann dazu beitragen, den Temperaturanstieg der Stahlbauteile zu verzögern.

Die erforderliche Putzdicke richtet sich unter anderem nach dem Stahlprofil, dem Profilfaktor, der statischen Ausnutzung und der geforderten Feuerwiderstandsdauer.

Auch hier gilt: Die Ausführung muss durch die entsprechenden brandschutztechnischen Nachweise abgedeckt sein.

Was ist bei Stahlbetonunterzügen und Stützen zu beachten?

Neben Deckenflächen können auch bestehende Stahlbetonunterzüge und Stahlbetonstützen eine zusätzliche brandschutztechnische Ertüchtigung benötigen.

Dabei ist zwischen dem grundsätzlichen Wirkprinzip eines Brandschutzputzes und dem formalen Nachweis für das jeweilige Bauteil zu unterscheiden.

Prüfungen an bestimmten Deckenkonstruktionen lassen sich nicht ohne Weiteres auf Unterzüge oder Stützen übertragen.

Ob Klimasan F für einen konkreten Anwendungsfall eingesetzt werden kann, muss deshalb anhand der vorhandenen Prüfberichte, ihrer Anwendungsgrenzen und gegebenenfalls einer projektspezifischen brandschutztechnischen Beurteilung geklärt werden.

Eine frühzeitige Abstimmung mit dem zuständigen Brandschutzplaner beziehungsweise Prüfingenieur ist hierbei empfehlenswert.

Welche Rolle spielt die Untergrundvorbereitung?

Für die dauerhafte Funktion eines Brandschutzputzes ist neben der brandschutztechnischen Bemessung auch eine fachgerechte Verarbeitung entscheidend.

Gerade bei älteren Stahlbetonbauteilen muss zunächst der Zustand des Untergrundes beurteilt werden.

Lose Bestandteile, nicht tragfähige Beschichtungen und haftungsmindernde Rückstände sind entsprechend den Verarbeitungsvorgaben zu entfernen.

Auch vorhandene Schäden am Beton oder korrodierte Bewehrung müssen vor der Ausführung fachgerecht bewertet werden.

Die weitere Untergrundvorbereitung richtet sich nach den Anforderungen des jeweiligen Putzsystems und der vorhandenen Bauteiloberfläche.

Anschließend wird der Brandschutzputz in der erforderlichen Schichtstärke aufgetragen.

Bei profilierten Deckenkonstruktionen ist besonders darauf zu achten, dass die geforderte Mindestschichtstärke an allen maßgebenden Bauteilbereichen eingehalten wird.

Brandschutz im Bestand erfordert eine individuelle Betrachtung

Bei einer brandschutztechnischen Ertüchtigung reicht es nicht aus, lediglich eine bestimmte Putzdicke festzulegen.

Entscheidend ist vielmehr die Frage, ob das gesamte Bauteil nach der Sanierung die geforderte Feuerwiderstandsdauer erreicht.

Dazu müssen die vorhandene Konstruktion, die statischen Randbedingungen und die entsprechenden technischen Nachweise gemeinsam betrachtet werden.

Klimasan unterstützt Architekten, Tragwerksplaner und Brandschutzplaner bei der Beurteilung möglicher Anwendungen von Klimasan F und stellt die vorhandenen technischen Unterlagen zur Verfügung.

Fazit: Mineralischer Brandschutzputz bietet interessante Möglichkeiten für die Bestandssanierung

Die brandschutztechnische Ertüchtigung bestehender Stahlbeton- und Rippendecken ist eine häufige Herausforderung bei der Sanierung älterer Gebäude.

Gerade bei komplexen Deckengeometrien kann ein mineralischer Brandschutzputz eine interessante Alternative zu klassischen Bekleidungssystemen darstellen.

Mit Klimasan F steht hierfür ein leichter, nicht brennbarer Brandschutzputz auf Basis von Luftkalk und Perlit zur Verfügung.

Durch die Anpassungsfähigkeit des Putzes lassen sich auch profilierte Bauteiloberflächen bearbeiten, ohne die vorhandene Deckengeometrie zwangsläufig zu verdecken.

Entscheidend bleibt jedoch immer der brandschutztechnische Nachweis für die konkrete Konstruktion.

Sie planen die brandschutztechnische Ertüchtigung einer bestehenden Stahlbetondecke, Rippendecke oder historischen Deckenkonstruktion?

Gerne unterstützen wir Sie bei der Prüfung der Einsatzmöglichkeiten von Klimasan F und stellen Ihnen die entsprechenden technischen Unterlagen und Prüfberichte zur Verfügung.

Kontaktieren Sie uns – wir beraten Sie gerne zu Ihrem Bauvorhaben.